Neben dem Sattel und dem Lenker sind die Pedale der wichtigste Kontaktpunkt an deinem Gravel-Bike. Sie entscheiden über die Kraftübertragung, den Halt in ruppigem Gelände und dein Sicherheitsgefühl. Da Gravelbikes extrem vielseitig eingesetzt werden, spaltet sich die Welt der Pedale in zwei Lager: das effiziente Klickpedal-System (meist SPD) und das flexible Plattformpedal (Flatpedal).
Hier findest du den evergreen Leitfaden und Vergleich der besten Pedale auf dem Markt, damit du die perfekte Wahl für deinen Fahrstil triffst.
Unsere Top-Empfehlungen auf einen Blick
| Pedal-Modell | System-Art | Einsatzbereich | Gewicht (Paar) | Kauf-Tipp |
|---|---|---|---|---|
| Shimano PD-M520 | Klick (SPD) | Allrounder / Einsteiger | 380g | Jetzt bei Amazon ansehen |
| Shimano XT PD-M8100 | Klick (SPD) | Performance / Rennen | 342g | Jetzt bei Amazon ansehen |
| Crankbrothers Eggbeater 2 | Klick (Crankbrothers) | Matsch / Cyclocross | 285g | Jetzt bei Amazon ansehen |
| Crankbrothers Stamp 1 Gen 2 | Flatpedal | Bikepacking / Alltag | 321g | Jetzt bei Amazon ansehen |
Klickpedale vs. Flatpedals: Welches System passt zu dir?
Bevor du dich für ein konkretes Modell entscheidest, musst du das System wählen. Rennradpedale (wie Shimano SPD-SL) sind für Gravelbikes absolut ungeeignet, da die Schuhe keine Profilsohle haben und du damit im Gelände nicht laufen kannst. Daher greift man beim Graveln auf Mountainbike-Systeme zurück.
Das Klickpedal (SPD-System) Der Standard beim Gravelbike. Du bist fest mit dem Pedal verbunden, was eine runde Tretbewegung ermöglicht – du drückst nicht nur nach unten, sondern ziehst das Pedal auch nach oben. Das sorgt für maximale Effizienz und verhindert, dass du auf Schotter-Abfahrten vom Pedal rutschst. Die Schuhplatten (Cleats) sind in der Sohle versenkt, sodass du bei Tragepassagen problemlos laufen kannst.
Das Plattformpedal (Flatpedal) Ideal für Bikepacking-Reisen oder wenn du das Rad auch im Alltag mit normalen Schuhen (Sneakern) nutzt. Breite Plattformpedale haben kleine Metallstifte (Pins), die sich in die weiche Sohle spezieller Flatpedal-Schuhe bohren und so erstaunlich viel Grip bieten. Du kannst in Gefahrensituationen sofort den Fuß absetzen, verlierst aber im Vergleich zum Klickpedal etwas an Kraftübertragung.
Die besten Modelle im Detail
Shimano PD-M520: Der unzerstörbare Preis-Leistungs-Sieger Dieses Pedal ist eine Legende. Es ist extrem günstig, völlig wartungsarm und funktioniert selbst nach Jahren im Matsch tadellos. Die Auslösehärte lässt sich über eine kleine Schraube stufenlos einstellen, was es zum perfekten Pedal für Klick-Anfänger macht. Wenn du nicht auf jedes Gramm achtest, gibt es keinen Grund, ein anderes Einsteiger-Pedal zu kaufen.
- Vorteile: Konkurrenzloser Preis, extrem langlebig, einstellbare Federspannung.
- Nachteile: Etwas schwerer als die Premium-Modelle.
- Effizientes SPD-Design mit Einstieg auf der einen und flacher Auflagefläche auf der anderen Seite
- Besserer Halt auf der flachen Seite bietet mehr Kontrolle
- Achseinheit mit wartungsarmem, gedichtetem Kompaktlager
Shimano Deore XT PD-M8100: Für sportliche Vielfahrer Die XT-Reihe von Shimano markiert den Sweetspot aus Gewicht, Performance und Preis. Die Aufstandsfläche ist minimal breiter als bei den günstigeren Modellen, was die Kraftübertragung spürbar verbessert und den Druck auf den Fuß minimiert. Das Design ist so optimiert, dass Matsch und Dreck beim Einklicken sofort nach außen gedrückt werden.
- Vorteile: Leicht, hervorragende Selbstreinigung im Matsch, sehr definierter Klick-Mechanismus.
- Nachteile: Höherer Preis.
Crankbrothers Eggbeater 2: Die Matsch-Spezialisten Das Design erinnert an einen Schneebesen – und genau das ist der große Vorteil. Das offene Konzept sorgt dafür, dass sich dieses Pedal niemals mit Schlamm zusetzt. Zudem bietet es vier statt der üblichen zwei Einstiegsseiten. Der Einklick-Winkel ist extrem intuitiv. Ein wichtiger Unterschied zu Shimano: Der Fuß hat im Pedal etwas mehr seitliche Bewegungsfreiheit (Float), was bei Knieproblemen enorm helfen kann.
- Vorteile: Minimalistisches Design, unschlagbar im tiefen Schlamm, knieschonend.
- Nachteile: Keine einstellbare Auslösehärte, Cleats verschleißen etwas schneller.
- Hochwertiges MTB-Pedal mit Edelstahlkörper und -flügeln
- Inklusive Cleats
- Geschmiedete Achse aus SCM435 CroMoly Stahl
Crankbrothers Stamp 1 Gen 2: Die besten Flatpedals Wenn du dich gegen Klickpedale entscheidest, brauchst du eine große Aufstandsfläche. Das Stamp 1 besteht aus einem leichten Composite-Material (Kunststoff-Gemisch) und bietet extrem viel Grip. Ein großer Vorteil: Crankbrothers bietet das Pedal in zwei verschiedenen Größen (Small und Large) an, sodass du es perfekt auf deine Schuhgröße abstimmen kannst.
- Vorteile: Sehr guter Grip durch austauschbare Pins, größenspezifische Plattform, leicht.
- Nachteile: Setzt spezielle Flatpedal-Schuhe voraus, um den maximalen Grip zu entfalten.
- Details: Optimiertes Kunststoff-Plattformpedal für All-Mountain und TrailAchse: geschmiedetes ChroM
Häufige Fragen zu Gravel-Pedalen
Kann ich als Anfänger direkt mit Klickpedalen starten? Absolut. Der Respekt vor dem Nicht-Herauskommen ist meist unbegründet. Drehe die Auslösehärte am Anfang auf die leichteste Stufe und übe das seitliche Ausdrehen der Ferse ein paar Mal im Stand (am besten an einer Hauswand festhalten). Das Bewegungsmuster geht extrem schnell in Fleisch und Blut über.
Gibt es auch Kombi-Pedale? Ja, Modelle wie das Shimano PD-EH500 haben auf der einen Seite einen Klick-Mechanismus und auf der anderen Seite eine flache Plattform. Das klingt theoretisch perfekt, nervt in der Praxis im Gelände aber oft, weil man an der Ampel oder auf dem Trail immer erst die richtige Seite suchen muss. Für reine Pendler-Räder sind sie top, für echte Gravel-Touren empfehlen wir eine klare Entscheidung für ein System.
Muss ich die Schuhplatten (Cleats) fetten? Nein. Die Verbindung zwischen Pedal und Cleat sollte trocken und sauber sein. Fett zieht nur Staub und feinen Schotter an, was den Verschleiß drastisch erhöht und zu knarzenden Geräuschen führen kann.