Sechs vielseitige Gravelbikes, ein steiler Anstieg und eine schnelle Schotterabfahrt: Die Videoanalyse vergleicht Specialized Diverge, Cannondale Topstone, Giant Revolt, Canyon Grizl, Pinarello Grevil und Orbea Terra unter möglichst einheitlichen Bedingungen. Dabei zeigt sich, dass gemessene Geschwindigkeit und subjektiv wahrgenommenes Fahrgefühl keineswegs immer übereinstimmen.
Gravelbikes im kontrollierten Praxisvergleich
Um den Einfluss unterschiedlicher Laufräder und Reifen zu reduzieren, wurden alle Fahrräder mit Easton EC90 ALX Laufrädern sowie identischen 45-mm-Schwalbe-Reifen bei gleichem Luftdruck eingesetzt. Bewertet wurden unter anderem Traktion, Laufruhe, Handling und der erforderliche Kraftaufwand.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Specialized Diverge: schnellste gemessene Kletterzeit mit 2:53,92 Minuten
- Cannondale Topstone: subjektiver Favorit beim Bergauffahren
- Giant Revolt: schnellstes und überzeugendstes Bike in der Abfahrt
- Pinarello Grevil: überraschend kontrolliertes Abfahrtsverhalten
- Canyon Grizl: gelassenes Fahrgefühl, aber weniger spritzige Wahrnehmung
- Orbea Terra: sowohl bergauf als auch bergab mit der langsamsten Zeit
Klettervergleich: Specialized Diverge gewinnt nach Zeit
Beim rund dreiminütigen Anstieg lagen sämtliche Gravelbikes innerhalb von ungefähr zehn Sekunden. Das Specialized Diverge erzielte trotz seines vergleichsweise langen Fahrgefühls die Bestzeit. Seine 10–46-Kassette und die überzeugende Schaltperformance erwiesen sich auf den steilen Passagen als hilfreich.
Das Cannondale Topstone folgte mit 2:56,54 Minuten. In der Videobewertung wurde es dennoch als angenehmster Kletterer eingeordnet, weil es wenig Aufmerksamkeit verlangte und zuverlässig Traktion aufbaute. Das leichte Giant Revolt profitierte von seiner Zweifachschaltung mit kleinen Gangsprüngen, während das Canyon Grizl trotz eines eher behäbigen Eindrucks zeitlich den dritten Rang erreichte.
Abfahrt: Giant Revolt verbindet Tempo und Fahrspaß
Auf der wechselhaft groben Schotterabfahrt setzte sich das Giant Revolt mit 43,05 Sekunden klar an die Spitze. Es vermittelte ein direktes, beinahe rennradähnliches Handling und erlaubte eine konstant hohe Geschwindigkeit. Das Specialized Diverge belegte mit 44,4 Sekunden Rang zwei. Sein Future-Shock-System glättete Unebenheiten spürbar und unterstützte eine aggressive Linienwahl.
Das Canyon Grizl folgte auf Rang drei vor dem Pinarello Grevil. Überraschend war das Cannondale Topstone: Die Kingpin-Hinterbaufederung sorgte für hohen Komfort und viel Fahrspaß, reichte zeitlich jedoch nur für Platz fünf. Das Orbea Terra blieb mit 49,42 Sekunden zurück und wirkte im Vergleich weniger gedämpft.
Die Video-Vorstellung verdeutlicht damit, dass reine Stoppuhrwerte nur einen Teil der Charakteristik abbilden. Während das Diverge bergauf und das Revolt bergab die schnellsten Zeiten lieferten, überzeugte das Topstone vor allem durch unkompliziertes Handling und Komfort.