Mit dem neuen Canyon Grizl richtet sich Canyon an Gravel-Fans, die Bikepacking, Alltag und lange Entdeckungstouren höher gewichten als maximale Renngeschwindigkeit. Wie die Video-Vorstellung verdeutlicht, bleibt das Grizl damit der komfortorientierte Gegenpart zum sportlicher ausgelegten Canyon Grail. Eine aufrechtere Sitzposition, viel Reifenfreiheit und zahlreiche Erweiterungsmöglichkeiten sollen insbesondere Einsteiger und ambitionierte Bikepacker ansprechen.
Canyon Grizl: Geometrie für Touren und Bikepacking
Mehr Laufruhe und Kontrolle
Die überarbeitete Geometrie setzt auf einen flacheren Lenkwinkel von rund 70 Grad und einen längeren Rahmen. Dadurch soll das neue Canyon Grizl weniger nervös reagieren und vor allem in Kurven, auf anspruchsvollen Wegen sowie mit Gepäck mehr Sicherheit vermitteln. Laut Praxisanalyse profitiert auch das langsame Manövrieren davon: Das Risiko, mit dem Schuh den Vorderreifen zu berühren, wird reduziert.
Markant ist der Knick im Oberrohr. Diese Gestaltung vergrößert den nutzbaren Raum im Rahmendreieck und erleichtert die Kombination aus Rahmentasche und Trinkflaschen – ein wichtiger Vorteil bei kleineren Rahmengrößen. Das Grizl wird zudem in einem breiten Größenspektrum angeboten.
Zu den wichtigsten Neuerungen zählt die maximale Reifenfreiheit von 54 Millimetern. Breite Pneus versprechen zusätzliche Reserven auf grobem Schotter und Trails. Gleichzeitig lässt sich ein optionales Schutzblech-Set montieren, wodurch das Gravelbike auch für Pendelstrecken und Fahrten bei schlechtem Wetter interessant wird.
Ausstattung und Modellvarianten
Die vorgestellte Modellfamilie umfasst acht Ausstattungsvarianten zu Preisen von etwa 2.500 bis 8.000 Euro. Das Spektrum reicht von mechanischen Schaltungen bis zur elektronischen SRAM Red XPLR AXS. Sämtliche Versionen verwenden einen 1-fach-Antrieb mit bergtauglicher Übersetzung.
- OG: vielseitige Modelle für klassische Gravel-Touren
- Escape: bikepackingorientierte Varianten mit langlebigen Reifen und erweitertem Cockpit
- Suspension: Ausführungen mit Federgabel für gröberes Gelände
- Optionale Gepäckträger für Vorder- und Hinterrad
- Praktische Standards wie rundes Sattelrohr, UDH-Schaltauge und austauschbare Cockpit-Komponenten
Hover Bar und integrierte Energieversorgung
Drei Varianten erhalten den neuen Hover Bar. Dieser bietet zusätzliche Montageflächen für Taschen und Zubehör, ohne die komfortable Oberlenkerposition zu blockieren. Seine kurze Auflagefläche kann auf langen, flachen Passagen außerdem als zusätzliche Griffposition dienen.
Besonders interessant für Langstreckenfahrer ist das optionale ECLIPS-System. Es kombiniert einen Nabendynamo mit integrierten Kontakten, Beleuchtung, interner Batterie und einem bidirektionalen USB-C-Anschluss. Während der Fahrt lassen sich damit Navigationsgeräte oder Smartphones laden, während gleichzeitig die Beleuchtung betrieben wird. Ergänzt wird das Adventure-Konzept durch ein optionales, magnetisch befestigtes Staufach für Pumpe, Multitool und Pannenzubehör.
Für wen eignet sich das neue Grizl?
Das Canyon Grizl präsentiert sich als vielseitiges Bikepacking-Gravelbike für Fahrer, die Komfort, Laufruhe und praktische Erweiterbarkeit suchen. Die große Reifenfreiheit, die gepäckfreundliche Rahmenform und das breite Zubehörangebot machen es besonders für Mehrtagestouren, Alltag und entspannte Gravel-Abenteuer attraktiv. Wer dagegen ein möglichst direktes, rennorientiertes Fahrgefühl bevorzugt, dürfte innerhalb des Canyon-Portfolios eher beim Grail fündig werden.