Canyon Grail CF SLX 8 Di2: Langzeiterfahrungen, Vorzüge und Schwächen im Test

Das Canyon Grail CF SLX 8 Di2 verbindet eine sportliche Race-Gravel-Ausrichtung mit elektronischer Schaltung, integriertem Powermeter und einer aufgeräumten Carbon-Plattform. In der Video-Langzeiterfahrung nach sechs Monaten und zahlreichen Kilometern zeigt sich jedoch nicht nur, was am Canyon Grail überzeugt. Auch Lack, Sattelstützenklemmung und Rahmenstaufach liefern wichtige Hinweise für die Kaufentscheidung.

Canyon Grail CF SLX 8: Fahrgefühl und Ausstattung

Sportlich, dynamisch und dennoch komfortabel

Das Grail wird in der Präsentation als Race-Gravelbike beschrieben, das sich direkt und dynamisch anfühlt, zugleich aber auch auf längeren Touren komfortabel bleibt. Optik und Fahreindruck zählen nach sechs Monaten weiterhin zu den größten Pluspunkten.

Besonders vielseitig ist die Reifenwahl. Da das vorgestellte Bike überwiegend auf Asphalt bewegt wird, wurden die ursprünglichen Gravelreifen gegen 40 mm breite Pirelli P Zero getauscht. Damit nähert sich das Grail dem Einsatzprofil eines schnellen Allroad- oder Endurance-Rennrads an. Für Schottertouren lassen sich wieder Gravelreifen montieren; alternativ bietet sich ein zweiter Laufradsatz an.

Di2-Schaltung und Powermeter

Die elektronische Shimano-Di2-Schaltung arbeitete laut Erfahrungsbericht zuverlässig. Innerhalb von sechs Monaten wurde sie zweimal geladen, davon einmal vorsorglich vor einer längeren Tour. Der Akkustand sollte dennoch regelmäßig per App kontrolliert werden.

Auch das serienmäßig verbaute Powermeter gewinnt mit strukturiertem Indoor- und Outdoor-Training an Bedeutung. In Verbindung mit einem Fahrradcomputer stehen Wattdaten ohne zusätzliche Nachrüstung zur Verfügung.

  • Race-Gravel-Geometrie mit sportlicher Ausrichtung
  • Elektronische Di2-Schaltung mit langen Ladeintervallen
  • Bereits integriertes Powermeter
  • Für Asphalt und Gravel anpassbare Bereifung
  • Praktisches, aber knapp bemessenes Rahmenstaufach

Schwachstellen aus der Video-Langzeiterfahrung

Lack und Direktvertrieb

Bereits nach wenigen Kilometern trat am vorgestellten Exemplar ein oberflächlicher Lackschaden an der Kettenstrebe auf. Die Garantieanfrage wurde dem Videobericht zufolge abgelehnt. Der Schaden wird als rein kosmetisch eingeordnet, verdeutlicht aber einen Aspekt des Canyon-Direktvertriebs: Attraktive Preise stehen einem fehlenden Händler als lokalem Ansprechpartner gegenüber.

Sattelstütze und Rahmenstaufach

Bei einem zweiten, baugleichen Grail brach trotz Montage mit passendem Drehmoment die Schraube der Sattelstützenbefestigung. Ersatz war über den Canyon-Onlineshop erhältlich und ließ sich unkompliziert montieren. Eine Reserveschraube kann für Reisen sinnvoll sein.

Das Rahmenstaufach bietet nur begrenzten Platz. Da sich im Bereich der Öffnung der Di2-Akku samt Kabeln befindet, sollte die Tasche vorsichtig und nicht zu voll eingeschoben werden. In der gezeigten Praxis löste sich ein Kabel und rutschte in den Rahmen, wodurch die Schaltung vorübergehend nicht nutzbar war.

Preis-Leistung und Fazit

Zum Zeitpunkt der Videoaufnahme lag der Preis rund 600 Schweizer Franken unter dem früheren Kaufpreis. Als erkennbare Ausstattungsänderung werden Schwalbe-Reifen mit braunen Seitenwänden statt der damaligen Pirelli-Reifen genannt. Insgesamt fällt das Fazit trotz der Detailprobleme positiv aus: Fahrverhalten, Komponenten und Preis-Leistungs-Verhältnis sprechen weiterhin für das Canyon Grail CF SLX 8. Käufer sollten jedoch Direktvertrieb, sensible Staufachbeladung und mögliche Kleinteilthemen bewusst berücksichtigen.